Es gibt einen Moment im Jahr, den viele Golfer auf Mallorca für den schönsten halten. Er ist kurz, nicht exakt datierbar, meistens liegt er irgendwann zwischen Ende März und Mitte April. Die Mandelbäume haben geblüht, das Gras auf den Fairways ist wieder grün, die Sonne brennt noch nicht. Man spielt in Polo und kurzer Hose, trägt eine Windjacke im Bag, und nach achtzehn Loch trinkt man einen Café cortado auf einer Clubhaus-Terrasse mit Blick aufs Mittelmeer. Das ist Mallorca-Golf in seiner reinsten Form.
Aber das ist nur einer von zwölf Momenten. Mallorca hat rund dreihundert Sonnentage im Jahr, und der Platz zeigt in jedem Monat eine andere Seite. Wer weiß, wann was möglich ist, plant seine Reise nach dem Licht — nicht nach dem Kalender. Dieser Leitfaden erklärt, wann welcher Monat was bietet, und für wen.
Die Wahrheit über das Wetter
Mallorca liegt zweihundert Kilometer vor der spanischen Küste, knapp südlich von Barcelona, im westlichen Mittelmeer. Das Klima ist mild, das Wasser warm, der Regen selten. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt auf den meisten Partnerplätzen unter fünfhundert Millimetern — weniger als in Sevilla oder Lissabon. Die meisten Regentage fallen in zwei, drei Wochen im Oktober und November.
Die Temperaturen schwanken zwischen zehn Grad im Januar und einunddreißig Grad im Juli. Aber Durchschnittszahlen täuschen. Was auf dem Platz zählt, ist das Gefühl um neun Uhr morgens und um siebzehn Uhr nachmittags — und das ist fast das ganze Jahr über angenehm.
Die Winde kommen meist aus dem Norden oder Nordwesten: Tramontana, Mestral, Ponent. Sie prägen einige Plätze mehr als andere. Alcanada an der Nordküste ist windanfälliger als die windgeschützten Plätze im Inselinneren wie Son Gual oder Son Antem. Wer es ruhig mag, plant die exponierten Plätze für die ruhigen Tage.
Und noch ein Detail, das nur Kenner wissen: Die Greens und Fairways werden auf den meisten Plätzen zwischen Mitte Oktober und Mitte November überseeded — eine zwei- bis dreiwöchige Prozedur, die die Winter- und Frühjahrsqualität sichert. Während dieser Zeit spielen einige Plätze kurzfristig auf Ersatzgreens. Das ist der einzige Zeitraum im Jahr, den man als Golfer nach Möglichkeit umgeht.
Wer sich genauer mit dem Insel-Wetter beschäftigt, merkt schnell: Mallorca hat nicht ein Klima, sondern mehrere. Der Norden um Alcúdia und Pollença ist rauer, windiger, kühler. Der Süden um Llucmajor und Santanyí ist stabiler, trockener, wärmer. Das Inselinnere — Son Gual, Son Antem — liegt dazwischen und bietet an schwülen Sommertagen oft den Ausweg: zehn Kilometer landeinwärts fühlt sich an wie ein anderer Ort. Wer lange Reisen plant, kann Plätze nach Tageswetter wählen — und erlebt dadurch eine Insel, die sich auch nach fünf Besuchen nicht wiederholt.

Das goldene Fenster: März bis Mai
Der Frühling ist die Saison, für die Mallorca gebaut wurde. Die Temperaturen steigen von achtzehn Grad Anfang März auf fünfundzwanzig Grad Mitte Mai. Die Mandelbäume blühen in der zweiten Februarhälfte und ziehen sich bis in den März — die Hügel zwischen Santanyí und Felanitx verwandeln sich in eine weißrosa Decke. Wer Anfang März kommt, spielt Golf durch Mandelblüte.
Die Plätze sind in Bestform. Das im Herbst ausgebrachte Samengut hat sich durchgesetzt, das Gras ist dicht, die Greens laufen schnell und sauber. Son Muntaner und Son Vida, die beiden Vorzeigeplätze oberhalb von Palma, zeigen sich in dieser Zeit in ihrer schönsten Form — gepflegt wie englische Parklandschaften.
Das Licht am späten Nachmittag ist weich und lang. Die goldene Stunde beginnt im April schon gegen achtzehn Uhr und erlaubt Runden, die bis neunzehn Uhr in warmes Seitenlicht eingetaucht sind. Pula Golf bei Cala Ratjada und Capdepera im Nordosten profitieren davon besonders.
Aber der Frühling ist auch die Hauptsaison. Startzeiten auf den begehrten Plätzen sind Wochen im Voraus ausgebucht, die Osterwoche gilt als die geschäftigste der gesamten Saison. Wer im April kommt, sollte zwei bis drei Wochen vorher buchen. Die Preise sind auf den Top-Plätzen am höchsten.
Unser Rat für den Frühling: Reisen Sie um den 20. März oder Anfang Mai. Die Mandelblüte ist vorbei, die Osterferien noch nicht begonnen — oder gerade abgeklungen — und die Plätze wieder entspannter.
Die Sommerseite: Juni bis August
Viele Golfer lassen die Sommermonate auf Mallorca aus, und sie machen einen Fehler. Der Sommer ist heiß, das stimmt. Im Juli und August steigen die Temperaturen regelmäßig auf dreißig Grad, an einzelnen Tagen auf fünfunddreißig. Aber der Sommer hat ein Geheimnis: das frühe Morgenlicht.
Um sieben Uhr morgens, wenn die Sonne gerade über die Serra de Llevant steigt, ist die Luft weich, die Temperatur angenehm bei zwanzig Grad, die Plätze leer. Eine Runde, die um halb acht beginnt, ist gegen elf Uhr beendet — und das ist die Zeit, in der Sommergolf auf Mallorca wirklich Spaß macht. Wer den Nachmittag am Pool oder am Strand verbringt, hat den besten Teil des Tages schon hinter sich.
Die Plätze halten der Hitze besser stand als ihr Ruf. Modernes Greenkeeping und Bewässerungssysteme sorgen auch im August für dichte Fairways. Einige der südlicheren Plätze — Maioris bei Llucmajor und T Golf Palma — sind bewusst für die Sommermonate konzipiert: weniger Höhenunterschied, mehr Schatten durch Pinien, kürzere Spielzeit.
Gleichzeitig ist der Sommer die preiswerteste Zeit. Greenfees fallen um zehn bis zwanzig Prozent, viele Hotels arbeiten mit Sommer-Angeboten, Flüge sind günstiger als im Frühling. Familien mit Kindern, die ohnehin an Schulferien gebunden sind, finden im Juli und August die beste Kombination aus Golf und Urlaub.
Unser Rat für den Sommer: Planen Sie Startzeiten um sieben oder halb acht. Wählen Sie Plätze mit Baumbestand — Pula, Son Antem, Vall d'Or. Nutzen Sie den Nachmittag für Meer, Spa oder Siesta. Alles dreimal besser als die dreißig-Grad-Mittagssonne.
Der zweite Frühling: September bis November
Wenn es ein einzelnes Fenster gibt, das Kenner als die beste Golf-Zeit auf Mallorca bezeichnen, dann ist es Mitte September bis Anfang November. Das Wasser ist noch warm vom Sommer, die Luft beginnt abzukühlen, und die großen Touristenmassen sind zurück in Nordeuropa. Die Plätze spielen sich in bestem Zustand, die Abende werden wieder länger ruhig, das Licht weicher.
September hat das Meer noch bei dreiundzwanzig Grad und Lufttemperaturen um achtundzwanzig. Oktober ist der goldene Kompromiss — warm genug für kurze Ärmel, kühl genug für eine zweite Runde am Nachmittag ohne Schweißausbruch. Die Herbstsonne steht tiefer, und die Schatten, die Kiefern und Olivenbäume auf die Fairways werfen, machen Plätze wie Vall d'Or und Pula zu kleinen Meisterwerken des Lichts.
Im November beginnt die Übergangszeit. Die Temperaturen fallen auf zwanzig bis zweiundzwanzig Grad am Tag, die ersten Regenschauer können auftreten, aber die Plätze sind oft leer, und die Preise fallen spürbar. Viele Insider nutzen die zweite Novemberhälfte für ruhige, produktive Golf-Wochen mit konzentrierter Spielpraxis — keine Warteschlangen, keine vollen Clubhäuser, kein Druck.
Eine einzige Woche gilt es zu umgehen: die Überseedungs-Phase, meist Mitte bis Ende Oktober, in der einige Plätze für zwei bis drei Tage auf Ersatzgreens umsteigen. Der Pro-Shop gibt auf Nachfrage Auskunft, und unser Concierge kennt die Termine für alle dreizehn Partnerplätze.
Was den Herbst besonders macht, ist die Pairing-Qualität jenseits des Platzes. Die Weinlese in der Serra de Tramuntana fällt in den September, die Olivenernte in den späten Oktober. Wer Golf mit einem Besuch auf einem der Weingüter bei Binissalem oder einer Pressung in Deià verbindet, bekommt für wenige Wochen im Jahr eine Insel, die sich von ihrer gastronomischen Seite zeigt. Es gibt Momente, in denen man abends nach der Runde eine Flasche junger Callet trinkt und das Gefühl hat, die Saison tatsächlich verstanden zu haben.
Unser Rat für den Herbst: Planen Sie um den zehnten Oktober. Perfektes Wetter, perfekte Plätze, und die großen Hotels sind zum ersten Mal seit April wieder ohne Stress zu buchen.
Die unterschätzte Saison: Dezember bis Februar
Mallorca im Winter ist ein gut gehütetes Geheimnis der Golf-Welt. Temperaturen zwischen dreizehn und achtzehn Grad, Sonnentage die Regel, und Plätze, die sich anfühlen wie privat reserviert. Wer nie Winterlicht auf einem spanischen Fairway gesehen hat, hat einen Teil der Inselmagie verpasst.
Dezember ist mild. Die Weihnachtstage sind auf Mallorca oft sonnig — eine typische Runde beginnt um zehn Uhr, endet gegen zwei, und im Anschluss isst man draußen in Palma, noch in Poloshirt und leichter Jacke. Januar ist der kühlste Monat mit gelegentlichen Regentagen, aber auch mit Tagen von überraschender Wärme: achtzehn Grad Mitte Januar sind keine Seltenheit. Februar bringt die erste Mandelblüte und markiert das Ende des Winters — viele halten ihn für den schönsten Monat des Jahres.
Die Greens spielen im Winter ruhiger. Das Gras wächst langsamer, die Bälle rollen weicher. Wer seinen Chip- und Putt-Umgang verbessern möchte, findet in einer Winterwoche auf Mallorca die idealen Bedingungen: keine Warteschlangen hinter einem, kein Druck durch nachrückende Flights, genug Zeit für eine zweite Runde am Nachmittag.
Und die Preise sind auf dem Jahres-Tiefstand. Ein Fünf-Plätze-Wochen-Package, das im April viertausend Euro pro Person kostet, ist im Januar oft für die Hälfte zu haben. Für Mitglieder der Gold Clubcard Mallorca fallen die Greenfees zusätzlich — die Wintermonate sind die kosten-effizienteste Zeit der ganzen Saison.
Zwei kleine Einschränkungen: Einige Luxus-Restaurants und Boutique-Hotels sind von Mitte Januar bis Anfang Februar geschlossen. Und wer Sonnenbad und Poolliegen sucht, kommt in diesen Monaten zu kurz. Aber für das reine Golf-Erlebnis — Mallorca im Winter ist die Wahl für Kenner.
Unser Rat für den Winter: Reisen Sie Anfang Dezember oder um den fünfzehnten Februar. Mild, leer, und für Mitglieder der Gold Clubcard ein außergewöhnlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Monat für Monat: Der Kalender
Januar. Kühl, leer, günstig. Ideal für Einzelreisende und Kenner, die eine ruhige Golf-Woche mit Spielpraxis suchen.
Februar. Mandelblüte, Frühlingsauftakt. Wunderschön, noch ruhig, die Insel atmet nach dem Winter auf.
März. Das erste goldene Fenster. Frühlingsplätze in Perfektion, Licht weich, Mandelblüte noch vereinzelt zu sehen.
April. Hochsaison, volle Plätze, hohe Preise. Dafür fantastisches Golfwetter und die Terrassen voller Leben.
Mai. Letzte kühle Woche vor dem Sommer. Für viele der beste Frühlingsmonat — stabil, grün, voll.
Juni. Warm, aber noch angenehm. Lange Tage bis zweiundzwanzig Uhr, perfekt für Feierabendrunden.
Juli. Hitze am Mittag, aber leere Plätze am frühen Morgen und späten Abend. Morgengolf, Nachmittagspause.
August. Hoch, heiß, Ferienzeit. Frühe Starts, familienfreundlich. Günstige Greenfees.
September. Rückkehr zur Perfektion. Warmes Meer, leere Plätze, mildes Licht.
Oktober. Das zweite goldene Fenster. Für viele der beste Monat des Jahres.
November. Übergang. Preiswerter, ruhiger, leicht unberechenbarer.
Dezember. Winteranfang, sonnig, mild. Weihnachten auf dem Fairway hat ein eigenes Gefühl.
Wann also?
Wer zum ersten Mal nach Mallorca kommt, wählt Mitte April oder Anfang Oktober. Beide Fenster sind zuverlässig schön und zeigen die Insel in ihrem besten Licht — grüne Fairways, warme Abende, Terrassen offen, Plätze in Form.
Wer Ruhe sucht, plant im November oder Januar. Plätze leer, Preise niedrig, das Licht anders als man es von spanischen Klischees erwartet — weicher, tiefer, goldener. Wer einmal eine Runde Son Vida im Januar-Nachmittagslicht gespielt hat, weiß, warum viele Mallorca im Winter heimlich bevorzugen.
Wer das Preis-Leistungs-Optimum will, reist im Februar. Mandelblüte, stabiles Wetter, Gold-Clubcard-Mitgliederpreise kombiniert mit Winter-Hotelraten. Eine Woche im Februar kostet oft weniger als ein Wochenende im April.
Wer mit Familie kommt, plant im Juli oder August — gegen die üblichen Empfehlungen. Die Plätze sind morgens ruhig, die Greenfees fallen, die Nachmittage gehören dem Meer. Eltern golfen vor dem Frühstück, der Rest des Tages bleibt frei.
Und wer die einzelne beste Woche des Jahres spielen will, reist um den zehnten Oktober an. Die Plätze sind in Form, das Wetter stabil, die Sonne weich, die Massen weg. Das ist der Moment, in dem Mallorca-Golf seine reinste Form zeigt. Wer ihn einmal erlebt hat, bucht ihn sich jedes Jahr neu.
Mitglieder-Tipp. Unser Concierge stellt auf Wunsch ganze Wochen zusammen — mit Startzeiten, Hotel, auf Wunsch Mietwagen und Restaurantreservierungen. Wir kennen die Überseedungs-Termine aller dreizehn Partnerplätze, die ruhigen Zeitfenster an Turnier-Wochenenden, die Hotels, die zur richtigen Zeit die besten Raten anbieten. Schreiben Sie an mallorca@golf-clubcard.com und wir planen die beste Woche Ihres Jahres.
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